Wenn es einfach berührt!


Ab und zu stelle ich hier auf dieser Plattform, Bilder ins Netz, die ich auf Wunsch angefertigt habe. Oft bekomme ich bei der persönlichen Übergabe dieser Auftragsarbeiten über die Zufriedenheit hinaus, eine Rückmeldung der großen Freude und das zu erlebende Glücksgefühl. Sowohl bei meinem Kunde/in als auch bei mir. Es ist eine Erfahrung, die teilweise für mich und dem Auftraggeber/in auch sehr rührend sein kann. Da stellt sich für mich immer wieder die Frage: Warum ist das so und wofür habe ich jetzt wirklich mein Geld bekommen? Welche Komponenten mußten zusammen kommen, dass es so ist, wie es ist?

 

Möglicherweise müssen einige Faktoren zusammen kommen, die bestenfalls Freude und dieses Glücksgefühl auf beiden Seiten auslöst und das Ergebnis bestimmt. Nur, die handwerkliche Arbeit ist es alleine auf keinem Fall und der Preis schon garnicht. Was ist es dann und wie beginnt es eigentlich? Durch intensive Gespräche mit meinen Kunden, ahne ich, dass es wohl weit vor der wirklichen Ausführung passiert. Der Kunde oder die Kundin haben eine Idee oder eine Vorlage und möchten diese dann auch zeitnah umgesetzt haben. Meist ist es bei mir natürlich eine Malerei, die auf verschiedenste Untergründe aufgebracht werden soll. 

 

Zuerst wird vom Kunde/in im eigenen Umfeld nachgefragt, ob jemand weiß, wer so etwas machen könnte. Hier und da wird dann gesagt, frag doch mal den oder ich kenne da einen, der kann das bestimmt. Heute wird natürlich auch im Internet nach geschaut, ob es in der Region oder vielleicht sogar in der Stadt einen oder eine gibt, die so etwas umsetzen kann. In diesem Moment entscheidet sich, ob die Umsetzung der Arbeit für den Interessenten/in ein Wunsch oder das Ziel ist.

Sind die Kontakte dann gefunden, werden E-Mail-Anfragen gestellt oder direkt telefoniert und jetzt beginnt es fast immer mit den Worten: „Was kostet es, wenn ich das und das bei Ihnen machen lasse?“ In diesem Moment ist es vielleicht für den Kunden/in wichtig zu wissen, was so eine Malerei kostet, doch weiß der Kunde/in in diesem Moment nicht ob er/sie tatsächlich das bekommt, was er/sie wirklich möchte. Er oder sie kann es im besten Fall hoffen, das es gut und preiswert ausgeführt wird und das es auch der oder die Richtige macht. Ist es dann immer der Preis, der alles entscheidet? Aus der Erfahrung heraus behaupte ich, dass es in einigen Fällen bestimmt so ist. In den meisten Fällen ist es aber bei mir etwas anderes. Nur was ist es dann? Natürlich spielt der Preis eine Rolle.

 

Doch ich bin der Meinung, erst einmal nicht über das Geld nach zu denken. Sondern vorrangig vom Kunde heraus zu bekommen, was wirklich umgesetzt werden soll. Welche Gefühle, Wünsche und andere Faktoren sollen wirklich bedient werden, um vielleicht etwas zu verändern oder doch etwas ganz anderes zu machen. Ich muß heraus bekommen, was wirklich bewegt werden soll um nicht nur darauf reagieren zu können, sondern auch Möglichkeiten zu schildern, woran garnicht gedacht wurde oder wo die Vorstellungskraft des Kunden handwerklich und kreativ aufhört. 

 

Denn wie schon oben beschrieben, sind es oft Vorlagen aber nicht wirklich etwas persönliches. Es gilt vor allen Dingen, es verständlich zu erklären, was ich vor habe. In diesem Moment halte ich es für meine Aufgabe aus dem Gespräch, der Vorlage und dem Gefühl des Kunden/in etwas zu entwerfen, womit er so nicht mit gerechnet hat. Nun begreift der Kunde/in, dass Geld und handwerkliches Können nicht ausreicht um das zubekommen, von dem er/sie nicht wußte, was wirklich gehen könnte. Bis hier hin ist der Auftrag ja noch nicht vergeben. Das tolles Gefühl bestimmt jetzt aber schon den Moment.

Die Vorfreude auf das was jetzt ausgeführt werden soll, ist auf beiden Seiten groß. Denn es ist der Horizont auf dem sich jetzt beide Seiten bewegen und sehr oft höre ich dann: „Auch wenn es mit der Vorlage die ich mitbrachte, nicht mehr viel zu tun hat, dennoch ist es genau das, was ich wollte. Ich konnte es aber nicht wirklich erklären oder beschreiben. Fertig machen.“  

Nachdem dann der Preis besprochen wurde beginnt jetzt die Zeit der Ausführung. Immer wieder werden auf dem Weg zur Fertigstellung Zwischenergebnisse ausgetauscht. Eine sehr intensive und schöne Zeit. Es ist einfach ein tolles Gefühl schon während der Arbeit zu wissen, etwas zu schaffen, was dem Gegenüber so berührt und er selber garnicht weiß, dass es genau das ist, was ich brauche, das es so wird, wie er oder sie es sich vorstellt. 

 

Es ist schön einen Job machen zu dürfen, von dem beide Seiten nicht wissen, was auf einem zu kommt. Nur das Gespräch miteinander und das sich auf sich gegenseitig einlassen, macht es wirklich möglich. Das gegenseitige Vertrauen schafft die Sicherheit ein gutes Ergebnis zu erzielen und zwar für beide Seiten. Deswegen empfinde ich es auch nicht als Arbeit, sondern als ein Geschenk es so machen zu können und vor allen Dingen zu dürfen. Dieses Glück auch immer wieder auf der anderen Seite zu erleben.

 

Das ist der Moment, der wirklich berührt.

 

 zurück

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0