Wie war das eigentlich bei mir am Anfang?


Als Kind probierte ich mich mit Buntstiften, Bleistiften und Wachsmalstiften. Während der Schule auch mit Pinsel und Wasserfarben. In meiner Lehre zum Maler- und Lackierer blieb es im Wesentlichen gleich. Es gab aber doch Unterschiede. Nun wurden keine Bilder mehr gemalt, sondern Oberflächen entsprechend aufbereitet oder dekorativ bearbeitet. Zum ersten Mal wurde ich so richtig mit der Gestaltung von Oberflächen und Räumen vertraut gemacht.

 

Ich lernte etwas über Perspektive in der Raumgestaltung, die Wirkung der Farben unter einander und vor allen Dingen die Verarbeitung der Farben. Die meisten Farben konnten mit dem Pinsel, der Rolle oder der Spritzpistole aufgetragen werden. In meinem Lehrbetrieb war es hauptsächlich der Pinsel und die Rolle.

Einmal mit der Materie vertraut, stellten sich mir aber immer wieder neue Fragen. Bei mir begann die Experimentierphase und so musste ich schnell feststellen, dass ein Verlauf mit dem Pinsel eine ganz schwierige Aufgabe war.

 

Als ich meinem Kollegen zu schauen durfte, wie er eine Tür mit der Lackierpistole lackierte, wurde mir schnell klar, hier gibt es ganz neue Möglichkeiten. Er stellte vorne an der Düse etwas ein und probierte es aus. Doch es sprenkelte nur. Sofort dämmerte es mir und ich dachte, so etwas Ähnliches hast Du doch schon einmal gemacht aber mit einer ganz anderen Technik.

Es war in der Schule, ihr kennt es alle. Das Sprenkeln mit der Zahnbürste. Er drehte an einer anderen Schraube und probierte es ein zweites Mal und jetzt staubte es gewaltig. Durch den Abzug an der Lackierpistole wurde an der Düse der Pistole, Luft und Farbe freigegeben und es entstand ein Farbnebel. Zum ersten Mal sah ich das, was ich mit dem Pinsel versucht hatte. Einfach nur weiche Übergänge. Was mich aber seinerzeit auch beeindruckte waren die Abklebearbeiten. Das Ergebnis der Türlackierung hätte auf mich nicht beeindruckender sein können. Ich sah eine absolut geniale Oberfläche und nach der Entfernung der Abklebungen überall saubere Kanten.

 

In mir entwickelte sich die Idee, alles miteinander zu verbinden. Und wieder begann eine Experimentierphase. Ich versuchte mit der Lackierpistole zu sprenkeln, weiche Übergänge zu lackieren und vieles mehr. Meine Begeisterung zum Pinsel und der Pistole war geboren und sollte bis heute nicht mehr aufhören. Die Arbeiten wurden immer detaillierter und kleiner. Schnell musste ich feststellen, dass die große Lackierpistole in Verbindung mit dem lauten Kompressor zwar eine gute Sache war, doch eine Dauerlösung für meine Ideen nicht sein konnte. Im dritten Lehrjahr hörte ich durch Zufall von einem Gerät namens Airbrushpistole und dem damit verbundenem Aufgabengebiet.

 

Doch dabei blieb es auch!

 

Erst 6 Jahre später gab mir jemand so eine Pistole in die Hand, mit der Aussage:“Probier einfach mal“. Es war der Anfang einer Leidenschaft die bis heute anhält. Es war überwältigend für mich, was sich jetzt für Möglichkeiten auftaten. Seinerzeit, gerade wieder der Weiterbildung verfallen, absolvierte ich ein Fernstudium mit dem Inhalt „Innenarchitektur“. Die Airbrushpistole kam wie gerufen. Natürlich nutzte ich dieses Werkzeug in vielen meiner Arbeiten um ein Optimum an gestalterischen Wert zu erreichen. Im Wesentlichen versuchte ich Oberflächen zu imitieren mit recht schnellem Erfolg, dachte ich!

 

Und genau zu dem Zeitpunkt sah ich in einem Buch die gesprühte Oberfläche einer Holzmaserung. Dieses Bild der Holzmaserung haute mich sowas von um, dass ich begreifen musst,  es geht noch viel besser. Nur wie? Die nächste Experimentierphase begann. Dieses Mal mit Büchern, Artikel und alles was ich zu dem Thema Airbrush fand. Die Arbeiten von mir wurden besser, viel besser. Trotzdem hatte ich meine Schwierigkeiten mit Texten, die ich nicht verstand oder mit den Bildern in den verschiedensten Büchern von denen mir immer zu wenig waren. Irgendwie hatte ich das Gefühl, es fehlt etwas. Ich wusste aber nicht was!

 

Genau zu dieser Zeit hörte ich von einem alternativen Studiengang in Bochum mit dem Studienfach „Airbrushdesign“. Kurzum bewarb ich mich um einen Studienplatz und wurde angenommen. Drei harte Jahre waren nötig um dahin zu kommen, wo ich hin wollte. 

 

Es war für mich der richtige Weg!

Ja, so war es bei mir.

 

Aber nicht jeder wird es zur Hauptaufgabe in seinem Leben machen wollen mit Pinsel und Pistole zu arbeiten. Er möchte es als Hobby ausüben und trotzdem einige Sachen für sich besser verstehen. Aus diesem Grund werde ich jetzt einige Blog´s schreiben. Obwohl es heute Foren, You Tube und viele andere Möglichkeiten der Weiterbildung auf diesem Gebiet gibt, höre ich immer wieder in meinen Seminaren folgende Fragen:

 

„Ja, ich habe ein Starterset. Da bin ich aber nie mit klar gekommen. Seit dem liegt es irgendwo in der Ecke. Ich habe einfach die Lust verloren.“

 

„ Kannst Du mir einmal sagen, wie man Farben unter einander mischt um entsprechende Farbtöne nachzumischen.“ „Welche Pistole gebrauche ich für welchen Zweck?“

 

„Wie sprühe ich richtige Verläufe?“

 

„Warum verstopft die Pistole so schnell?“

 

„Welcher Kompressor ist eigentlich der Richtige für mich?“ „Die Pistole tropft. Was mache ich den jetzt?“

 

 

Ja, dass liegt jetzt an Dir selbst. Schreib in den Kommentaren, was Du wissen möchtest. Ein Kommentar für den nächsten Blog.

 

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